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Wie nutze ich Polarisationsfilter in der Praxis

26. Juli 2017

Fotofilter erscheinen im Zeitalter der digitalen Bildbearbeitung auf den ersten Blick als nicht mehr notwendig. Schliesslich kann der Fotograf lebendige Farben, Helligkeit und Kontrast durch eine nachträgliche Bildbearbeitung steuern. Dennoch sind Polarisationseffekte in der digitalen Fotografie fester Bestandteil, die durch eine Software nicht simulierbar sind. Polarisationsfilter gehören zum Standardequipment ambitionierter Fotografen. Doch ist der Einsatz mit den modernen Kameras nicht unproblematisch. Wie Polfilter funktionieren, was Sie bei der Aufnahme beachten müssen, und wie Sie den Polfilter richtig einsetzen, lesen Sie in diesem Blog.

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Grau ist alle Theorie - wie ein Polarisationsfilters funktioniertLichtwellen breiten sich ungeordnet in unendlich vielen Ebenen aus. Scheint ein Lichtstrahl auf eine reflektierende nicht metallische Oberfläche, absorbiert die Fläche einen Teil der Wellen. Der grösste Teil wird gespiegelt und gleichzeitig polarisiert. Das ist bei Glas oder Wasseroberflächen gut zu beobachten. Die Lichtwellen breiten sich nur noch in einer Ebene aus. Die Kristalle eines Polarisationsfilters wirken wie ein Gitter, dass das Licht in einer Ebene passieren lässt. Das ist vergleichbar mit einer Scheckkarte (= Lichtquelle), die Sie bei einem Geldautomaten benutzen. Nur wenn Sie die Karte geradlinig zum Schlitz (= Polfilter) halten, passt sie in den Kartenleser. Das Beispiel erklärt einen linearen Polfilter.Lineare Polfilter irritieren sowohl den Autofokus als auch die TTL-Belichtungsmessung einer digitalen Kamera. In der Fotografie kommen aus dem Grund zirkuläre Polarisationsfilter zum Einsatz. Hier wird ein linearer Filter durch eine zusätzliche Lambda/4-Ebene ergänzt. Die Lichtwellen des linear polarisierten Lichtes ?wirbeln wieder durcheinander?, ähnlich einer Helix. Sie schwingen jedoch immer noch in einer Ebenenrichtung. Dieser komplizierte Ablauf vollzieht sich mit Lichtgeschwindigkeit und weder der Fotograf noch die Kamera können den Vorgang wahrnehmen. Für Sie als Anwender reicht es aus zu wissen, dass das austretende Licht für die Kamera polarisiert erscheint. Die Wirkung des Polfilters ist abhängig von: - dem Einfallswinkel der Lichtquelle zur Kamera - der Einstellung des Filters vor der Linse - der Stellung der Kamera zum Licht

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Polarisationsfilter in der Praxis Weder digitale Sensoren noch analoge Filme registrieren polarisiertes Licht. Ohne einen Polfilter gehen die Daten verloren. Selbst wenn die Fotos im RAW-Format vorliegen, ist eine Post-Korrektur durch eine Bildverarbeitung unmöglich, da der Sensor nicht erkennt, mit welcher Richtung die Polarisation aufgenommen wurde. Überstrahlt die Spiegelung einer Wasseroberfläche oder einer Scheibe die digitale Information, ist (bisher) keine Software in der Lage diese wiederherzustellen. Montieren Sie einen zirkulären Polfilter vor die Linse, werden Spiegelungen durch Drehen der Filterscheiben zueinander gravierend reduziert. DSLR Kameras sind hier klar im Vorteil. Der Wirkungsgrad ist direkt im Sucher zu beurteilen. Nicht nur reflektierende nichtmetallische Flächen macht der Filter „durchsichtiger“. Blätter von Pflanzen erhalten ein sattes Blattgrün. Durch die Feuchtigkeit in der Luft ist das Blau des Himmels ebenfalls polarisiert. Der Polfiltereffekt lässt das helle Himmelslicht kräftiger und satter in den Farben erscheinen, weisse Wolken treten deutlich vor einen tiefblauen Himmel. Sonnenuntergänge am Strand erhalten eine dramatische Wirkung. Ähnliches gilt für den „blauen Dunst“ vor entfernten Bergen, die mit einem Filter deutlich differenzierter auf dem Foto erscheinen. Der Effekt ist abhängig von der Richtung der Lichtquelle. Im Fallbeispiel der Wolken erhalten Sie die stärkste Wirkungsweise, wenn die Sonne aus einem 90º Winkel scheint. Gar kein Einfluss besteht, wenn die Sonne direkt aus dem Rücken kommt oder bei direktem Gegenlicht. Diese Effekte erzielen Sie zwar auch mit HDR-Aufnahmen, jedoch lassen sich diese Ergebnisse nur durch aufwendige Detailarbeit am PC erreichen. Der Workflow steht in keinem Verhältnis zum Resultat.

Was bei der Kameraeinstellung zu beachten ist Polfilter wirken wie ein schwacher Graufilter. Bei ungünstigen Lichtverhältnissen können Probleme mit dem Autofokus und Farbverfälschungen auftreten. Experimentieren Sie mit dem Weissabgleich der Kamera, da keine allgemeingültigen Angaben der Hersteller bestehen. Um die optimalen Korrekturmöglichkeiten zu erhalten, zeichnen Sie Fotos unter Verwendung eines Polfilters im RAW-Format auf. Technisch bedingt ?schlucken? Polarisationsfilter Licht. Sie ?kosten? bis zu 2 Blendenstufen oder Sie stellen den ISO-Wert um ein Vierfaches höher ein. Auch die Form des Motives ist ausschlaggebend. Unterschiedlich gekrümmte Formen, wie der Lack einer Autokarosserie, können vielfältige Reflexionen erzeugen. Welche die Motivkomposition unterstützen, entscheiden Sie im Sucher der Kamera. Beachten Sie, dass extreme Weitwinkelobjektive die Wirkung des Polfilters beeinträchtigen. Auch am anderen Ende der Brennweite stossen die Filter an ihre Grenzen.

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