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Interview-Serie: Ein Gespräch mit Fotograf Raphael Geuppert

11. April 2018

Raphael Geuppert ist 19 Jahre alt und hauptberuflich Mediengestalter bei einer grossen Würzburger Mediengruppe.

Vor Kurzem hat er sich nebenberuflich als Fotograf selbstständig gemacht. Im Interview erzählt er von seinem Werdegang, seinem persönlichen Stil und gibt einige Ratschläge weiter.
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Raphael, wann hast du zum ersten Mal bemerkt, wie sehr dich die Fotografie begeistert?


Mit 10 Jahren habe ich meine erste digitale Kompaktkamera bekommen und erste Gehversuche in der Fotografie gestartet. In der 8. Klasse kaufte ich mir dann eine Spiegelreflexkamera, eine Canon EOS 550D. Seitdem hat mich die Fotografie immer mehr in ihren Bann gezogen. Vor zwei Jahren folgte mit der Canon EOS 5D Mark III der Wechsel zum Vollformat. Das war definitiv der beste Kauf, den ich je gemacht habe. Seitdem ist die Fotografie für mich viel mehr als nur ein Hobby. Sie ist eine Leidenschaft.

Mittlerweile hast du dich als Auftragsfotograf selbstständig gemacht. Wie hast du dein Können weiterentwickelt?


Ursprünglich gelernt habe ich das Fotografieren bei meiner Ausbildung zum Mediengestalter. Diese Ausbildung ist der Fotografenausbildung im schulischen und theoretischen Teil sehr ähnlich. Bei einer speziellen Fotografie-Schulung über mein Ausbildungsunternehmen wurde mir klar, wie unsinnig ich früher oft mit meiner Kamera umgegangen bin. Ausserdem halfen mir viel Übung, der Besuch von Seminaren und das Selbststudium mithilfe von Tutorials, Podcasts und Fachliteratur. Weiterhin habe ich mich mit anderen Fotografen über soziale Netzwerke ausgetauscht. Das hat mich viel weitergebracht. Ohne diese intensive persönliche Weiterbildung wäre ich sicher nicht so weit gekommen.
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Wie hast du deine ersten Aufträge als Fotograf erhalten?


In den letzten beiden Jahren wurde ich immer wieder im familiären Kontext angefragt für Kommunions-, Familien- und Geburtstagsfeiern. Später habe ich mit Kolleginnen und Cousinen Model-Shootings gemacht. Als ich dann im letzten Jahr erstmals eine Hochzeit fotografieren durfte, sah ich darin eine riesige Chance. Ich war aufgeregter als die Braut. Die Hochzeit hat mir gezeigt, dass ich das, was ich mache, gut mache, und dass ich das Zeug zu einem professionellen Fotografen habe.

Damals habe ich die Entscheidung gefällt, mich selbstständig zu machen. In der Zwischenzeit hat sich durch Mundpropaganda viel getan.

Für dieses Jahr wurde ich bereits für mehrere Hochzeiten und Familienshootings gebucht. Mein Konzept scheint also zu funktionieren.

Jetzt heisst es für mich: "Eat - shoot - sleep - repeat."

Dass "selbstständig" aus den Worten "selbst" und "ständig" besteht, wird mir zwar jeden Tag klarer, aber ich bin weiterhin sehr motiviert, mein Ding durchzuziehen, und bereit, für diesen Traum alles zu geben.
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Wie würdest du deinen "Markenkern" beschreiben?


Mir ist bewusst, dass ich mit meinen knapp 20 Jahren noch nicht mit jahrelanger Erfahrung werben kann. Dafür besitze ich umso mehr Leidenschaft, emotionale Momente und Gefühle fotografisch einzufangen und so für die Ewigkeit festzuhalten.

Mein Hauptjob als Mediengestalter gibt mir ausserdem das Privileg, fotografieren zu dürfen und nicht zu müssen. So kann ich absolute Leidenschaft bei meiner Arbeit garantieren.

Das ist mir auch das Wichtigste im Hinblick auf meine Selbstständigkeit: Niemals den Spass und die Leidenschaft verlieren!

Wie hast Du Deinen Stil gefunden und wie würdest du ihn beschreiben?


Um meinen Stil zu finden, habe ich mich viel von Aufnahmen auf Instagram und Pinterest inspirieren lassen. Und vor allem habe ich ausprobiert, ausprobiert und noch mal ausprobiert. Ich fotografiere fast ausschliesslich offenblendig mit Fokus aufs Wesentliche. Mit Ausnahme meines 70-200 mm Teleobjektivs fotografiere ich nur noch mit Festbrennweiten (35, 50, 85 mm). Zudem versuche ich, natürliche Hintergründe zu verwenden: schöne Orte, die freie Natur, alte Gebäude oder Holz. Ich liebe Holz. Bei der Bildbearbeitung mit Adobe Lightroom nutze ich Presets, die für einen einheitlichen Bildlook sorgen. Früher habe ich diese von anderen Fotografen gekauft, mittlerweile habe ich sie dank RAW und Lightroom meinen eigenen Vorstellungen angepasst.
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Welche Tipps hast du für andere Fotografen?


Am Anfang sollte man lieber an der Kamera (bzw. am Body) sparen und in gute Objektive investieren. Dabei sollte man auf die Lichtstärke achten. Gut sind F 1.2 oder F 1.8. Für mich gilt: Je kleiner die Zahl, desto offenblendiger, desto besser.

Canon-Usern empfehle ich die 50 mm Festbrennweite, weil sie günstig ist, aber gerade in der Portraitfotografie deutlich bessere Aufnahmen erzielt als das Kit-Objektiv.

Die Blende sollte man weit öffnen und Leben ins Bild lassen. Ein gutes Bild lebt von gutem Licht. Zudem empfehle ich: Finger weg vom Automatikmodus. Besser sind "AV", "TV" oder "M". Auch vor RAW sollte man keine Angst haben. Es ist erstaunlich, was dieses Format aus Bildern herausholen kann.

Beim Fotografieren finde ich wichtig, in Bewegung zu bleiben. Das bewirkt neue, spannende Blickwinkel. Mit einer Festbrennweite kommt die Bewegung aber fast automatisch.

Einen Hinweis noch aus eigener Erfahrung: Es ist sinnvoll, viele kleine Speicherkarten zu verwenden und diese öfter zu wechseln. Geht nämlich eine grosse Speicherkarte während eines Shootings kaputt, ist dies mehr als ärgerlich.

Mehr zur Arbeit von Raphael Geuppert unter: http://raphaelgeuppert.de

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